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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Das er\te Buch Mo\e

Capitel 31

VND es kamen fur jn die Reden der kinder Laban / das \ie \prachen / Jacob hat alle vn\ers vaters gut zu \ich gebracht. Vnd von vn\ers Vaters gut / hat er \olche Reichthum zu wegen gebracht.
2 Vnd Jacob \ahe an das ange\icht Laban / Vnd \ihe / es war nicht gegen jm / wie ge\tern vnd ehege\tern.
3 VND der HERR \prach zu Jacob / Zeuch wider in deiner Veter land / vnd zu deiner Freund\chafft / Jch wil mit dir \ein.
4 Da \andte Jacob hin / vnd lies ruffen Rahel vnd Lea auffs feld bey \eine Herde /
5 vnd \prach zu jnen / Jch \ehe ewrs Vaters ange\icht / das es nicht gegen mir i\t / wie ge\tern vnd ehege\tern / Aber der Gott meines Vaters i\t mit mir gewe\en.
6 VND jr wi\\et / das ich aus allen meinen krefften ewrem Vater gedienet habe /
7 Vnd er hat mich geteu\cht / vnd nu zehen mal mein lohn verendert / Aber Gott hat jm nicht ge\tattet / das er mir \chaden thet.
8 Wenn er \prach / die bundten \ollen dein Lohn \ein / \o trug die gantze Herd bundte / Wenn er aber \prach / Die \prenckliche \ollen dein Lohn \ein / \o trug die gantze Herd \prenckliche.
9 Al\o hat Gott die güter ewers Vaters jm entwand / vnd mir gegeben.
10 DEnn wenn die zeit des Lauffs kam / hub ich meine Augen auff / vnd \ahe im trawm / vnd \ihe / die Böcke \prungen auff die \prenckliche / fleckete / vnd bundte Herde.
11 Vnd der Engel Gottes \prach zu mir im traum / Jacob / Vnd ich antwortet / Hie bin ich.
12 Er aber \prach / heb auff deine augen / vnd \iehe / Die Böcke \pringen auff die \prenckliche / fleckete vnd bundte Herde / Denn ich habe alles ge\ehen / was dir Laban thut.
13 Jch bin der Gott zu BethEl / da du den \tein ge\albet ha\t / vnd mir da\elbs ein Gelübde gethan. Nu mach dich auff / vnd zeuch aus die\em Lande / vnd zeuch wider in das Land deiner freund\chafft. Gen. 28.
14 DA antwortet Rahel vnd Lea / vnd \prachen zu jm / Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in vn\ers Vaters hau\e /
15 Hat er vns doch gehalten als die frembden / Denn er hat vns verkaufft / vnd vn\er Lohn verzehret.
16 Darumb hat Gott vn\erm Vater entwand \einen Reichthum zu vns vnd vn\ern Kindern / Alles nu was Gott dir ge\agt hat / das thu.
17 AL\o machet \ich Jacob auff / vnd lud \eine Kinder vnd Weiber auff Kamelen /
18 vnd füret weg alle \ein Vieh / vnd alle \eine Habe / die er zu Me\opotamia erworben hatte / das er keme zu J\aac \einem Vater ins land Canaan
19 (Laban aber war gangen \eine Herde zu \cheren) Vnd Rahel \tal jres Vaters Götzen.
20 Al\o \tal Jacob dem Laban zu Syrien das hertz (1) / da mit / das er jm nicht an\aget / das er flohe.
21 Al\o flohe er vnd alles was \ein war / machte \ich auff / vnd fuhr vber das wa\\er / vnd richt \ich nach dem berge Gilead.
22 AM dritten tage wards Laban ange\agt / das Jacob flöhe /
23 Vnd er nam \eine Brüder zu \ich / vnd jaget jm nach \ieben Tagerei\e / vnd ereilet jn auff dem berge Gilead.
24 Aber Gott kam zu Laban dem Syrer im traum des nachts / vnd \prach zu jm / Hüte dich / das du mit Jacob nicht anders rede\t denn freundlich.
25 Vnd Laban nahet zu Jacob / Jacob aber hatte \eine Hütten auffge\chlagen auff dem Berge / Vnd Laban mit \einen Brüdern \chlug \eine hütten auch auff / auff dem berge Gilead.
26 DA \prach Laban zu Jacob / Was ha\tu gethan / das du mein hertz ge\tolen ha\t / vnd ha\t meine Töchter entfüret / als die durchs Schwert gefangen weren?
27 Warumb ha\tu heimlich geflohen / vnd ha\t dich wegge\tolen / vnd ha\t mirs nicht ange\agt / das ich dich hette geleitet mit freuden / mit \ingen / mit Paucken vnd Harffen?
28 vnd ha\t mich nicht la\\en meine Kinder vnd Töchter kü\\en / Nu du ha\t thörlich gethan.
29 Vnd ich hette / mit Gottes hülffe / wol \o viel macht / das ich euch künd vbels thun / Aber ewrs vaters Gott hat ge\tern zu mir ge\agt / Hüte dich / das du mit Jacob nicht anders denn freundlich rede\t.
30 VND weil du denn ja wolte\t ziehen / vnd \ehnete\t dich \o fa\t nach deines vaters hau\e / Warumb ha\tu mir meine Götter ge\tolen?
31 Jacob antwortet / vnd \prach zu Laban / Jch furchte mich vnd dachte / du würde\t deine Töchter von mir rei\\en.
32 Bey welchem aber du deine Götter finde\t / der \terbe hie fur vn\ern Brüdern / Süche das deine bey mir / vnd nims hin (Jacob wu\te aber nicht / das \ie Rahel ge\tolen hatte)
33 Da gieng Laban in die hütten Jacob / vnd Lea / vnd der beide Megde / vnd fand nichts. Vnd gieng aus der hütten Lea in die hütten Rahel /
34 Da nam Rahel die Götzen vnd legt \ie vnter die \trew der Kamel / vnd \atzte \ich darauf. Laban aber beta\tet die gantze Hütte / vnd fand nichts.
35 Da \prach \ie zu jrem Vater / Mein Herr / zürne nicht / Denn ich kan nicht auff\tehen gegen dir / Denn es gehet mir nach der Frawen wei\e. Al\o fand er die Götzen nicht / wie fa\t er \ucht.
36 VND Jacob ward zornig / vnd \chalt Laban / vnd \prach zu jm / Was hab ich mi\gehandelt oder ge\undiget / das du \o auff mich erhitzt bi\t?
37 Du ha\t alle mein Hausrat beta\tet / Was ha\tu deines hausrats funden? Lege das dar / fur meinen vnd deinen Brüdern / das \ie zwi\chen vns beiden richten.
38 Die\e zwenzig jar bin ich bey dir gewe\en / deine \chafe vnd ziegen \ind nicht vnfruchtbar gewe\en / die wider deiner Herde hab ich nie ge\\en.
39 Was die Thier zuri\\en / bracht ich dir nicht / ich mu\t es bezalen / du fodder\t es von meiner hand / es were mir des tages oder des nachts ge\tolen.
40 Des tages ver\chmacht ich fur hitze / vnd des nachts fur fro\t / vnd kam kein Schlaff in meine augen.
41 AL\o habe ich die\e zwenzig jar in deinem Hau\e gedienet / vierzehen vmb deine Töchter / vnd \echs vmb deine Herde / vnd ha\t mir mein Lohn zehen mal verendert.
42 Wo nicht der Gott meines Vaters / der Gott Abraham / vnd die Furcht (2) J\aac / auff meiner \eiten gewe\en were / du hette\t mich leer la\\en ziehen. Aber Gott hat mein elend vnd mühe ange\ehen / vnd hat dich ge\tern ge\trafft.
43 LAban antwortet / vnd \prach zu Jacob / Die Töchter \ind meine töchter / vnd die Kinder \ind meine kinder / vnd die Herde \ind meine herde / vnd alles was du \ihe\t / i\t mein / Was kan ich meinen Töchtern heut / oder jren Kindern thun / die \ie geboren haben?
44 So kome nu / vnd las vns einen Bund machen / ich vnd du / der ein Zeugnis \ey zwi\chen mir vnd dir.
45 Da nam Jacob einen \tein / vnd richtet jn auff zu einem Mal /
46 vnd \prach zu \einen Brüdern / Le\et \teine auff. Vnd \ie namen \teine / vnd machten einen hauffen / vnd a\\en auff dem \elben hauffen /
47 Vnd Laban hies jn Jegar Sahadutha / Jacob aber hies jn Gilead.
48 DA \prach Laban / Der hauffe \ey heute Zeuge zwi\chen mir vnd dir (Daher hei\\t man jn Gilead (3)
49 vnd \ey eine Warte / Denn er \prach / Der HERR \ehe dar ein zwi\chen mir vnd dir / wenn wir von einander komen /
50 wo du meine Töchter beleidige\t / oder andere Weiber dazu nimp\t vber meine Töchter. Es i\t hi kein Men\ch mit vns / \ihe aber / Gott i\t der Zeuge / zwi\chen mir vnd dir.
51 Vnd Laban \prach weiter zu Jacob / Sihe / das i\t der Hauff / vnd das i\t das Mal / das ich auffgerichtet hab zwi\chen mir vnd dir.
52 Der \elb hauff \ey zeuge / vnd das mal \ey auch zeuge / wo ich herüber fare zu dir / oder du herüber fere\t zu mir vber die\en hauffen vnd mal zu be\cheidigen.
53 Der Gott Abraham / vnd der Gott Nahor / vnd der Gott jrer veter \ey Richter zwi\chen vns.
54 VND Jacob \chwur jm bey der Furcht \eines vaters J\aac. Vnd Jacob opfferte auff dem Berge / vnd lud \eine Brüder zum e\\en / Vnd da \ie ge\\en hatten / blieben \ie auff dem Berge vber nacht.
55 Des morgens aber \tund Laban früe auff / kü\\et \eine Kinder vnd Töchter / vnd \egenete \ie / vnd zoch hin / vnd kam wider an \einen ort.


(1) Hertz \telen i\t Ebrei\ch geredt / \o viel / als etwas thun hinder eines andern wi\\en.
(2) Jacob nennet hie Gott J\aacs furcht / darumb / das J\aac Gottfürchtig war vnd Gottes Diener.
(3) Gilead hei\\t ein Zeugehauffe / Vnd bedeut die Schrifft da viel zeugnis von Gott heuffig innen \ind.

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